Adios Uruguay! Oi Brazil!

Nach zwei weiteren Stops in Uruguay sind wir nun auf dem Weg nach Florianópolis, welcher sich als kleines Abenteuer erweisen sollte, aber dazu später mehr…

Rio de la Plata Montevideo
Am windigen Rio de la Plata (Montevideo, Uruguay)

31.08. – 02.09.2015, Montevideo, Uruguay

Nach zwei schönen Tagen in Colonia del Sacramento machten wir uns mit dem Bus auf den Weg in Uruguays Hauptstadt Montevideo, wo wir zwei entspannte Nächte in einem gemütlichen Hostel verbrachten.
Insgesamt fanden wir Montevideo zwar spannend, allerdings reichten zwei Tage auch gut für diese Stadt, was allerdings auch mit Pias anhaltender Erkältung zu tun haben könnte. Pias Abende endeten immer recht früh und so verpasste sie leider auch die internationale Geburtstagsfeier eines Hostelgastes inklusive Minions-Piñata.

02.09. – 05.09.2015, Cabo Polonio, Uruguay

Nach diesen zwei Tagen Großstadt waren wir nun reif für das Kontrastprogramm in einem der kleinsten und abgeschiedensten Orte Uruguays: Das Hippiedorf Cabo Polonio, welches auf einer kleine Halbinsel an der Ostküste Uruguays liegt und im Westen durch einen Nationalpark vom restlichen Land mehr oder weniger „abgeschnitten“ ist.
Das autarke Dorf ist (fast?) ausschließlich von Aussteigern und einigen echten Einheimischen bewohnt. Die Leute dort sind alle ungemein freundlich und tiefenentspannt, was mit dem hohen Konsum an gewissen Pflanzen zusammenhängen mag, welche in Uruguay legal sind und von jedem Cabo Polonier im eigenen Gewächshaus angebaut werden.
In diesem einzigartigen Dorf scheint die Zeit um ein vielfaches langsamer zu vergehen, sodass wir uns nach drei Tagen dort fast wie Einheimische fühlten. Man kennt sich aus (was bei einer einzigen „Straße“ nicht schwierig ist), hat einige Kontakte geknüpft und natürlich die einzige während der Winterzeit geöffnete Bar (die mit dem blinden Wirt) besucht.

Hostel Cabo Polonio
Unser Hostel, kalt aber gemütlich (Cabo Polonio, Uruguay)

Hier einige Fakten über Cabo Polonio, zusammengetragen aus Erzählungen von echten Einheimischen und daher ohne Gewähr:

  • Cabo Polonio ist im Sommer ein sehr beliebtes Ziel für Surfer, Hippies und ab und zu kreuzt auch ein Nudist die sandige Hauptstraße
  • Zur Zeit leben ca. 60 Menschen dauerhaft in Cabo Polonio
  • Cabo Polonio hat 2000 Betten für Touristen, davon viele kleine Holzhütten
  • Im Sommer sind tagsüber ca. 5000 Touristen in Cabo Polonio
  • Im Winter ist Cabo Polonio fast wie ausgestorben und es verirren sich nur wenige Reisende (so wie wir und 3-4 andere Weltenbummler) hierhin
  • Es gibt eine Polizeistation bzw. Polizeihütte… aber keine Polizisten

Wenn ihr euch nun fragt, was man dort den ganzen Tag so macht: Nicht viel!
Überwiegend haben wir mit den Leuten dort, besonders unseren zwei weiteren Hostelmitbewohnern gequatscht. Außerdem kann man einen Leuchtturm besuchen und am leeren Strand spazieren gehen. Eine der Attraktionen ist definitiv die lokale Seelöwenkolonie, welche man aus nächster Nähe stundenlang in der Sonne sitzend beobachten kann.

Seelöwe Cabo Polonio 1
Fotogener Seelöwe (Cabo Polonio, Uruguay)
Seelöwe Cabo Polonio 2
Entspannter Seelöwe (Cabo Polonio, Uruguay)

Unser persönlicher Höhepunkt waren allerdings die Delfine, die wir fast einen ganzen Nachmittag lang vom Strand aus bestaunen konnten.
Naja, und wenn man das dann alles gemacht hat, wird weiter dick eingepackt in der Wintersonne entspannt.

Delfin Cabo Polonio
Delfin (Cabo Polonio, Uruguay)

Nach den 3 laaaangen Tagen in Cabo Polonio waren wir also komplett heruntergefahren und hatten neue Energie gentankt, um den langen Weg nach Brasilien auf uns zu nehmen.

Sonnenaufgang Cabo Polonio
Sonnenaufgang für Frühaufsteher (Cabo Polonio, Uruguay)

Ab 05.09.2015 Brasilien

Wir nahmen also morgens den Truck durch den Nationalpark zur Bushaltestelle, dann den Bus nach Castillos und danach einen weiteren Bus nach Chuy, einer Grenzstadt zwischen Uruguay und Brasilien.
Dort angekommen wollten wir eigentlich nur schnell über die Grenze laufen, um dann in Chuí (brasilianische Seite des Ortes) einen Nachtbus bis nach Florianópolis, Brasilien zu nehmen.
Als erstes stellte sich heraus, dass wir dem Busfahrer hätten Bescheid sagen müssen, damit er an dem uruguayanischen Grenzposten hält und wir einen Ausreisestempel von Uruguay bekommen, welcher uns nun fehlte. Also mussten wir mit dem (zum Glück sehr günstigen) Taxi ein paar Kilometer zurückfahren, um uns den Stempel zu holen. Dann liefen wir zu Fuß über die Grenze nach Brasilien, welche die Hauptstraße von Chuy/Chuí ist, um zum brasilianischen Busterminal zu gelangen. Chuí ist unglaublich schäbig, heruntergekommen und stressig. Der totale Kulturschock nach Cabo Polonio!
Hier wollten wir uns also nur so kurz wie möglich aufhalten.

Es stellte sich heraus, das das Busterminal von Chuí nichts gemein hatte mit dem recht guten Busterminal von Chuy.
Es war eine komplett heruntergekommene Lagerhalle und die Auskunft war sehr spärlich (zum Glück aber auf Spanisch und nicht nur auf Portugiesisch). Anders als erhofft fuhr kein Bus nach Florianópolis und der einzige Bus nach Porto Alegre erst um 1:30 Uhr nachts. Das Busterminal macht allerdings um halb 9 Uhr abends seine Schotten dicht, also alles andere als optimal!
Wir entschieden uns dann sehr spontan den einzigen Bus zu nehmen, der an dem Tag noch Richtung Norden fuhr, weshalb wir dann ein paar Stunden später abends in Pelotas ankamen. Ohne jeglichen Plan was uns dort erwarten würde versuchten wir von dort einen Nachtbus nach Florianópolis zu bekommen, wurden allerdings freundlich auf den nächsten Morgen vertröstet. Also kehrten wir in der einzigen Unterkunft in der Nähe des Busbahnhofs ein, welche sich als Luxus-Stundenmotel mit privater Garage, Rotlicht und Zebra-gemustertem Bett entpuppte.

Nach dem eher kühlen Rinnsal in Cabo Polonio war die heiße Dusche und der unerwartete „Luxus“ genial und das Motel entpuppte sich als Glücksgriff.
Nun sitzen wir schon seit mehreren Stunden im Fernbus von Pelotas nach Florianópolis. Hier werden wir dann ein paar Nächte bleiben und uns neben dem Sightseeing auch mal wieder den „lästigen Pflichten“ des Weltreisenden widmen: die wenigen mitgebrachten Klamotten waschen (die sauberen Schlüpper werden knapp) und die nächsten Etappen planen.

Até logo,
Florian & Pia

15 Gedanken zu „Adios Uruguay! Oi Brazil!“

  1. Hallo meine Lieben, das ist ja ein spannender Reisebericht. Da ist euer Spanisch ja schon perfekt, wenn ihr es schafft, ein Stundenhotel zu buchen. Wieviel Stunden durftet
    ihr denn bleiben? Liebste Grüße und gute Weiterfahrt

    1. Das Spanisch bringt aber in Brasilien wenig, wenn die am Empfang nur Portugiesisch sprechen! Es gab nur drei Tarife: 1 Stunde, 2 Stunden und ganze Nacht. Wir haben uns dann für Option 3 entschieden.

  2. Hah, jetzt hatte ich mich gerade mit der Übersetzung Eurer letzten „Erkenntnis des Tages“ abgequält und schwupps- schon gibt es einen neuen Eintrag. Toll, super, prima!!!
    Das hört sich ja alles richtig spannend an und sehr nach Weltenbummlerei – ich bin begeistert!
    Okay, das Wetter könnte ein bisschen besser sein und Ihr habt gerade den schlechtesten Monat erwischt… Aber ich glaube, bei Euch ist das Wetter immer noch besser als hier…
    Wie wurde das Stundenhotel bei Euch denn abgerechnet? Stundenweise (kicher, kicher)?
    Pia, Dir drücke ich weiterhin die Daumen, dass Deine Genesung weiter voranschreitet.
    Und Euch beiden weiterhin viel Erfolg beim „ausländisch quatschen“ – ich glaube, Ihr habt beide einen Babblefish im Ohr, oder?

  3. Gab es in dem Hippiedorf nicht mehr als genug Heilpflanzen? Wie kann denn Pia da immer noch krank sein?! Naktbaden mit Delphinen hat auch nicht geholfen?

  4. Hallo ihr beiden !
    Wir sind total begeistert
    Beim lesen eures langen Reiseberichtes haben wir beide richtig mitgefiebert und waren in
    Gedanken mit euch aufTour
    Freuen uns dass ihr bis jetzt alles gut geschafft habt
    Wuenschen euch weiterhin viele unvergessene Erlebnisse
    Dir Pia baldiges gesundwerden und Dir und Florian gesundbleiben
    Ganz liebe Gruesse und alle guten Wuensche von Oma und Opa und

    1. Hehe, danke! Ist bald besser als fernsehen 😉
      Wir bemühen uns auch interessant zu schreiben.
      Danke, ich bin weiter auf dem aufsteigenden Ast. Denke mal bald bin ich wieder ganz fit. Das etwas wärmere Wetter hier hilft auf jeden Fall! 🙂

      Fühlt euch gedrückt!

  5. sehr spannend und super lustig… Meine Tochter im Stundenhotel 🙂
    Wenn ich bedenke, wir kurz ihr erst im Vergleich zu der ganzen Reise unterwegs seid und was ihr alles schon erlebt und gesehen habt… Hammer! Da müsst ihr ja aufpassen, dass ihr noch alle anderen schönen und auch skurrilen Sachen, die ihr noch erleben werdet, überhaupt aufnehmen könnt…
    Ich freu mich so sehr für euch und wünsche euch von ganzem Herzen noch viele schöne Momente und Begegnungen, vor allem aber auch viel Bewahrung und Gesundheit. Es ist schön, an eurem Erlebten hier teilhaben zu können. Es war auch sehr schön deine Stimme zu hören, meine liebe Tochter. Fühlt euch beide ganz fest gedrückt.

    1. Dankeschön! 🙂
      Ja, wir bemühen une deshalb auch alle setwas langsamer anzugehen und abundzu mal einen Tag Pause zum Wäsche waschen, Kontakte pflegen, Tagebuch schreiben, internetkrams organisieren etc. zu machen.
      Und man kann ja alles sehr flexibel halten, das ist echt total angenehm!

      Fühl du dich auch fest gedrückt! :-*

  6. Schön von euch zu hören (und zu sehen…) – weiterhin noch viel Spass und gute Besserung für Pia (keine Sorge, den Knigge erwischt es auch noch auf der Reise und dann kannst Du mit heißen Latinos Caipi schlürfen während er röchelnd im Bett liegt 😉

    1. Flo hat es ja schon erwischt. Wir haben unsere normale Reihenfolge von zu Hause beibehalten. Zuerst wird er krank, dann steckt er mich an und freut sich, dass er wieder fit ist. 😉

  7. Hallo ihr Lieben.
    Toller Bericht!

    Hanno und Jonne finden das Foto von HaJo mit den Seelöwen klasse.
    Sie wundern sich nur, dass wir HaJo nicht gesehen haben bei unserer Kutterfahrt auf der Nordsee als wir bei den Seehundsbänken vorbei sind. 🙂
    „Die Tiere waren da aber HaJo hat wohl gerade geschlafen!“

    Liebe Grüße

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