Auf der Insel, wo Caipirinha und Honig fließen

Dieser Beitrag erreicht euch aus dem tiefgekühlten Busbahnhof in Curitiba. Hier warten wir gerade auf unseren Nachtbus zu den Iguazú-Fällen im Dreiländereck (Ein Wort über das jeder Ausländer lachen würde, da es so nur in der deutschen Sprache vorkommen kann!) von Brasilien, Argentinien und Paraguay. Unser Urlaub vom Urlaub ist vorüber und wir haben wieder neue Energie getankt für viele Stunden in verschiedensten Verkehrsmitteln.

Selfie Ilha do Mel
Selfie, dank langer Arme ohne Hilfsmittel (Ilha do Mel, Brasilien)

14.09. – 20.09.2015, Ilha do Mel, Brasilien

Auf der „Honiginsel“ an der Atlantikküste gibt es zwei Dörfchen. Das kleinere Encantadas ist wesentlich weniger auf Touristen ausgelegt, was sich an der deutlich geringeren Restaurant- und Souveniershop-Dichte zeigt. Die wenigen Lokale, die es dort gab, waren auf Grund der Nebensaison überwiegend geschlossen, sodass wir dort vier sehr ruhige Tage verbrachten. Um nicht vollends zu vereinsamen, entschieden wir uns für die letzten beiden Nächte zu einem Bettenwechsel und gönnten uns zum ersten Mal den Luxus eines Hotels im Hauptort Nova Brasília.

Strand Ilha do Mel
Wandern am leeren Strand (Ilha do Mel, Brasilien)

Während der ganzen Zeit auf der Insel haben wir uns nur zu Fuß fortbewegt, da die einzigen erlaubten Fahrzeuge die Handwagen der Einheimischen sind, mit denen alles mögliche transportiert wird. Eine lange Wanderung wurde zu einem tierreichen Abenteuer, da wir sowohl von einer großen Schlange als auch von einem sich sonnenden Leguan überrascht wurden. Auch im Hostelzimmer hatten wir einen stillen Mitbewohner, immer wieder tauchte aus den Ritzen der Holzwände ein blassrosaner Salamander auf. Die reichlich vorhandenen Mücken waren aber auch für ihn zu viel. Auch nach seinem Abendbrot waren noch einige vorhanden, die natürlich überwiegend Florian stachen.

Leguan
Ein Leguan sonnt sich auf dem Weg (Ilha do Mel, Brasilien)
Wilde Schwaene
„Wilde Tiere“ sogar im Schlafzimmer (Ilha do Mel, Brasilien)

Für eine im Sommer bei Touristen beliebte Insel wurde erstaunlich wenig Spanisch und fast gar kein Englisch gesprochen, aber trotz Sprachbarriere hatten die Einheimischen immer ein freundliches Lächeln auf den Lippen. Ein extremes Beispiel an Gastfreundschaft war die Inhaberin unseres Hotels in Nova Brasília, die jede Kleinigkeit auf dem grandiosen Frühstücksbuffet ausschweifend kommentierte. Immerhin nahm sie Rücksicht auf unsere mangelnden Portugiesischkenntnisse und wiederholte noch mal alles so langsam und deutlich, dass auch wir es (meistens) verstehen konnten.

Treppen zum Leuchtturm
Treppe vom Leuchtturm zum Strand (Ilha do Mel, Brasilien)
Ausblick vom Leuchtturm
Ausblick vom Fuße des Leuchtturms (Ilha do Mel, Brasilien)

Das erste Mal auf dieser Reise konnten wir mehr als nur die Füße in den Atlantik halten, das Wasser war überraschend warm und selbst Pia genoss die teilweise hohen Wellen ohne abgestorbene Finger. Nach dem warmen Meereswasser schmeckte der kalte Caipirinha oder auch das kalte Dosenbier umso besser.
Neben Dosenbier war die Auswahl im lokalen Supermarkt stark beschränkt und nicht alles war eindeutig identifizierbar. Der Käse auf unseren Brötchen beim ersten Frühstück schmeckte sehr ungewöhnlich und nach Zuhilfenahme eines Wörterbuchs identifizierten wir ihn als ausgerollten Teig für Empanadas. Immerhin waren die Empanadas, die wir am Abend notgedrungen machten, sehr lecker.

Seadollar
Seadoller am Stand (Ilha do Mel, Brasilien)

Jetzt müssen wir aber Zähne putzen und ab in den Nachtbus.

Boa noite!
Florian & Pia

3 Gedanken zu „Auf der Insel, wo Caipirinha und Honig fließen“

  1. Super, was Ihr für tolle Sachen macht! So schöne Bilde montags morgens zu sehen, ist der Hammer.
    Bei uns ist es nach einem sehr verregneten Wochenende immer noch trüb, der Herbst ist in vollem Gange. Dafür beginnt für Euch der Frühling!
    Lasst es Euch bloß gut gehen und vergesst Deutschland für eine Weile. Zur Erinnerung: lange Gesichter sind hier die Normalität, wer lächelt oder freundlich guckt, ist völlig uncool. Die Südamerikaner sind doch wesentlich besser drauf. So eine Gastfreundschaft gibt’s doch hier eher selten.
    Ich freue mich auf Bilder von den Iguazu-Fällen!
    Liebe Grüße von Angelika und Hilde
    (Mal was zum Schmunzeln: Manu ist zu einem Benimm-Seminar gefahren. (Haha!) Hieß das nicht früher: Knigge-Seminar?)

  2. He ihr beiden
    Tolle Erlebnisse fuer euch
    So lernt ihr auch noch exotische Tiere hautnah kennen
    Die schoenen Bilder bazu erfreuen uns sehr
    Uns wirds ganz warm ums Herz wenn wir euch so gluecklich sehen
    Weitehin nur schoene Erlebnisse wuenschen Euch Oma und Opa � 5

  3. immer wieder eine Freude, eure Berichte zu lesen. Und ich finde auch, dass ihr glücklich ausseht und das macht mich glücklich 🙂 freu mich so für euch.
    Wir denken an euch und sind in Gedanken bei euch.
    **ganzliebdrück**

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