Einmal über den ganz großen Teich

Den ersten Kontinent unserer Reise haben wir hinter uns gelassen und nach viel zu viel Zeit in Fliegern und Flughäfen haben wir es inzwischen nach Asien geschafft. Hier fühlen wir uns wieder ein bisschen wie Weltreise-Frischlinge. Nach vier Monaten in Südamerika fühlten wir uns dort fast schon heimisch, nun werden wir uns erneut auf eine komplett andere Kultur, anderes Essen und verschiedene erstmals komplett unbekannte Sprachen einlassen.

Hongkong Skyline
Skyline bei Nacht (Hongkong, China)

02.12. – 09.12.2015 Santiago, Chile

Unser letzter Stop in Südamerika war Santiago de Chile, von wo auch unser Flug nach Hongkong gehen sollte. In unserem netten kleinen Appartment hatten wir die Möglichkeit neben Brot auch eine große Ladung bunte Weihnachtsplätzchen zu backen, um trotz 25°C und Sonne etwas in Weihnachtsstimmung zu kommen. Leider fanden sich in unseren Rucksäcken überraschenderweise keine Ausstechförmchen und so mussten wir unserer kreativen Ader mit dem Messer freien Lauf lassen. Einige Exemplare waren (Dank Florian) deshalb nicht gerade jugendfrei. 😉

Abseits der Weihnachtsbäckerei vertrieben wir uns die Zeit beim schlendern über verschiedene Märkte, auf denen es Dank des Frühlings auf der Südhalbkugel sogar leckere frische Kirschen gab. Außerdem probierten wir unsere erste Cherimoya, geschmacklich eine cremige Kreuzung aus Melone, Birne und einem Kilo Nordzucker und erweiterten unseren kulinarischen Horizont mit einer (zu) großen Portion Ceviche. Für das in Peru und Chile traditionelle Gericht wird roher Fisch in Zitronensaft mariniert, wodurch eine Art Garprozess entsteht und mit reichlich Zwiebeln und Brot serviert.

Santiago
Blick über die Stadt (Santiago, Chile)
Santiago Fabian
Hoch oben mit Fabian (Santiago, Chile)

In Santiago sahen wir das erste Mal seit Monaten wieder bekannte deutsche Gesichter. Daniel, den Pia von früher aus dem Studium kennt, lebt seit ein paar Jahren in Santiago und konnte uns somit auch mit einigen Insider-Tipps versorgen. Zufällig war auch noch Fabian aus Hannover beruflich zur gleichen Zeit in Santiago. Mit ihm und zwei seiner Kollegen erklommen wir das höchste Gebäude Südamerikas und am nächsten Tag den Cerro San Cristóbal, passenderweise am Tag der Unbefleckten Empfängnis. An diesem Tag pilgern Zehntausende Chilenen den Hügel hinauf zur dortigen Marienstatue, sodass wir uns den Weg mit den unzähligen Pilgern teilen mussten. Abends zeigte uns Daniel die lokale Restaurant- und Barszene und das Bier schmeckte im Kreise bekannter Gesichter gleich doppelt so gut.

09.12. – 11.12.2015, Pazifikflug

Nach einem lustigen letzten Abend in Südamerika bereiteten wir uns am nächsten Tag auf unsere lange Reise über den Pazifik vor. Neun Stunden im ersten Flieger sollten uns in das Land der begrenzten Horizonte und unbegrenzten Sicherheitskontrollen bringen. Für ein paar wenige Stunden im Transitbereich des Flughafens mussten wir uns vorher online bewerben und uns dann vor Ort diversen Kontrollen und weiteren Schikanen unterziehen. Da anscheinend Florians drei Vornamen als ein einziger interpretiert wurden, was dann eher gefährlich klang, wurde er „vollkommen verdachtsunabhängig“ noch genauer kontrolliert als alle anderen. Am Ende durften wir Atlanta doch wieder verlassen und flogen laaange 16 Stunden über den ganz großen Teich nach Tokyo. Nach kurzem Aufenthalt und weiteren knapp sechs Stunden erreichten wir schließlich unser erstes Ziel in Asien: Hongkong.

11.12. – 16.12.2015, Hongkong, China

Wir kamen schließlich spät abends in unserem Hostel an und fielen totmüde in die Etagenbetten unseres Neuner-Zimmers (Hongkong ist teuer!). Bereits am nächsten morgen machte sich der Jetlag bemerkbar. Florian schlief nur bis 3 Uhr morgens und Pia konnte zwar an dem morgen länger schlafen, wurde aber an den darauf folgenden Tagen hinterhältig vom Jetlag heimgesucht. Nach fast 48 Stunden auf Achse und diesem großen Zeitunterschied ließen wir es also erstmal langsam angehen.

Hongkong Hochhaus
Nord LB in Hannover? (Hongkong, China)
Hongkong Winterfest
„Weihnachtsmarkt“ (Hongkong, China)

Hongkong ist eine typische asiatische Großstadt, sie ist laut, stressig und natürlich überfüllt! Das ist nicht gerade das, was man als übermüdeter Weltenbummler gut gebrauchen kann. Wir versuchten jedoch das Beste daraus zu machen und suchten uns den ein oder anderen Ort, der wenigstens etwas ruhiger ist.
So besuchten wir den großen und beeindruckenden Buddha auf der Insel Lantau. Wir waren wirklich überrascht, wie nahe der Großstadt man Natur und Ruhe finden kann! Am Big Buddha tummelten sich zwar auch viele Besucher, aber das Ganze lief doch eher entspannter ab.

Hongkong Buddha
Big Buddha (Hongkong, China)
Hongkong Tempel
Buddhistischer Tempel (Hongkong, China)

Den halben darauf folgenden Tag verbrachte Pia dann leider beim Zahnarzt. Sie hatte schon seit ca. zwei Wochen leichte Zahnschmerzen und kam nun nicht mehr um einen Zahnarztbesuch herum. Zum Glück hatte sie sich eine gute deutsche Zahnärztin herausgesucht, sodass sich ihre schlimmsten Befürchtungen nicht bewahrheiteten und sie jetzt wieder kraftvoll zubeißen kann.

Den Vormittag unseres letzten ganzen Tages in Hongkong verbrachten wir dann auf dem Victoria Peak, der höchsten Erhebung von Hong Kong Island. Hatte man sich nach der Fahrt mit der Zahnradbahn erstmal ein bisschen von der touristischen Aussichtsplattform (natürlich inkl. Starbucks, McDonalds und Burger King!) entfernt, wurde es schnell ruhig und grün (also genau nach unserem Geschmack).

Hongkong Peak
Ausblick vom Victoria Peak (Hongkong, China)

Nachmittags streiften wir dann über diverse Märkte. Florian war auf der Suche nach einer neuen Badehose und einem T-Shirt, schließlich sind wir ja bald am philippinischen Strand. Wir hatten allerdings nicht bedacht, dass sich Hongkong auf der Nordhalbkugel befindet und dort gerade Winter ist. Zwischen all den Pullis und Jacken ist er daher nicht fündig geworden. Immerhin wurden wir durch eine leckere Waffel-Poffertjes-Mischung entschädigt.

Mittlerweile haben wir es nach einem kurzen Flug nach Manila auf die Philippinen geschafft, wo wir uns mit Sarah und Timo treffen und mit ihnen die nächsten drei Wochen verbringen werden.

Zài jiàn!
Pia & Florian

16 Gedanken zu „Einmal über den ganz großen Teich“

  1. Hey schoen wieder von euch zu hoeren
    Wir sind immer wieder von euren Erlebnissen angetan
    Gut das ihr immer wieder auf gute deutsche Aerzte trefft die euch in unschoenen aufregenden Situationen helfen koennen
    Hoffen dass ihr nun die unangenehmen Zwischenfaelle fuer den Rest der Reise geschafft habt
    Jetzt wuenschen wir euch weiterhin nur schoene Tage und auch Wochen mit euren Freunden
    Alles Liebe von Oma und Opa

  2. … genau, besser zur Zahnärztin und mit Zahnradbahn als zahnlos (Ruhrpott „als mit ohne Zähne) durch die Lande tigern… -ja o.k., jetzt kommt kein dummer Kommentar mehr 😉

    Letzte Woche so gaaaaaanz alleine („Pia on tour“ und „Anti-Weihnachtsmarkt-Brummbär“) habe ich mir dieses Jahr eine Weihnachtsmarkttour in Nürnberg und Münster gegönnt ! Manchmal lässt sich eben das Berufliche tatsächlich doch mit etwas Freizeit verbinden.
    Naja jetzt reicht es aber auch. Nur so viel sei noch verraten: In Gedanken an euch Weltenbummler habe ich gleich für euch mit genascht 🙂
    Also denn, euch eine schöne Weihnachtszeit mit Sarah und Timo

  3. Hallo meine Lieben,
    es ist wieder zu schön, von euch zu hören (ich hatte mich ja mächtig gesorgt )-:)
    Völlig neue Eindrücke, Übermüdung, Zahnschmerzen, keine Badehose, eure Reise steckt voller nicht immer nur positiver Überraschungen. Aber ihr könnt hoffentlich ab jetzt mal für eine ganze Zeit entspannen, und die Zeit mit Sarah und Timo genießen. Weihnachten – sooooo weit weg von zu Hause – das geht ja eigentlich gar nicht!
    Hier sind heute übrigens tagsüber 16 Grad und strahlend blauer Himmel mit ganz viel Sonne gewesen, also noch nix vom Winter zu merken…
    Wir wünschen euch eine super schöne Zeit, bleibt gesund und munter, viele liebe Grüße aus Wettmar

  4. Ein großer Abschnitt eurer Reise liegt voller toller Eindrücke, vieler positiver und manch negativer Erfahrungen hinter euch. Eine ganz andere Kultur, aber trotzdem viele neue Erfahrungen, die hoffentlich genauso beeindruckend werden, liegt vor euch. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Blogs von euch.
    Sehr froh bin ich über die bisherige Bewahrung, die ihr erfahren durftet, auch wenn einige Dinge anders waren als ihr sie geplant habt. Aber so ist nun mal das Leben… 😉 (sprach der alte Mann… lach)
    Euch Weihnachten nicht bei uns zu haben ist schon irgendwie komisch und ungewohnt. Ohne jetzt sentimental zu werden, aber es fällt (nicht nur mir) schon schwer. Und Friederike hat recht, geht eigentlich gar nicht… 🙂
    Ich finde es schön, dass eure Freunde bei euch sind und ihr damit ein klein wenig Heimat während der Festtage habt.
    Genießt die Zeit und entspannt euch. Bleibt vor allem gesund, nicht überall gibt es deutsche oder deutschsprachige Ärzte 😉

    1. Wir haben die Feiertage am Strand wirklich sehr genossen. Unsere Unterkunft war einfach paradiesisch, das kann man nicht anders sagen. Und Sarah und Timo haben gut dafür gesorgt, dass das Heimweh uns nicht so sehr packte. 🙂
      Dieses Jahr Weihnachten werden wir aber dann wieder in der Heimat im Kreise unserer tollen Familien verbringen und da freuen wir uns auch jetzt schon drauf! 🙂

  5. die Philippinen sind bestimmt richtig toll!!!! Da bin ich ja schon neidisch 😉 Aber hier ist es zum Glück auch nicht so kalt 🙂 viel Spaß wünsche ich mit alten bekannten Gesichtern 😉

  6. Wenns weihnachten wird,………. Tschingerettätä……. Wie immer nur ihr fehlt und die 7.+8.stimme in unserem chor. Eu h beiden und euren Freunden ganz herzliche Weihnachtsgrüße, bei 15’….eure Sippe

  7. Ich kanns mir richtig vorstellen, wie Ihr auf den Philippinen in Südseeatmosphäre die Feiertage und den Jahreswechsel verbracht habt. Welche Cocktails sind gerade in?
    Jedenfalls von uns die besten Grüße für das Neue Jahr.

    So, jetzt will ich es aber wissen: wo genau treibt Ihr Euch rum? Und ich bin gespannt auf die neuen Bilder.
    Angelika

    1. Nur Geduld, der neue Blog-Eintrag ist schon in Arbeit 😉
      Wir haben uns eher mit Bier statt mit Cocktails vergnügt, aber ein Tequila Sunrise mit Schirmchen zum Sonnenuntergang hatte auch was!

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