Ein Kurzzeit-Zuhause im Paradies

Wer hätte gedacht, dass man so entspannt von einem Kontinent zum nächsten reisen kann… Zwar hatte unser Flieger von Singapur nach Colombo, der Hauptstadt von Sri Lanka, ca. eine Stunde Verspätung, wir stellten aber beim Boarding überrascht fest, dass wir am Notausgang saßen und somit während des ersten Fluges extra Platz für unsere langen Beine hatten. Auch in Colombo lief dann alles reibungslos. Der Flieger auf die Seychellen war nicht ganz ausgebucht, sodass wir unsere Plätze tauschen konnten und somit auch auf dem zweiten Flug wieder viel Beinfreiheit hatten. 🙂

Seychellen Taucherbrillen
Schnorcheln im kristallkaren Wasser (Mahé, Seychellen)

19.04. – 30.04.2016 Anse Royale, Seychellen

Nach zwei mal vier Stunden Flug begrüßten uns die Seychellen mit angenehm warmen Sommerregen. Da in diesem abgelegenen Inselstaat so gut wie alles (außer Bus fahren) sehr teuer ist, hatten wir uns vorgenommen auf ein Taxi zu verzichten und mit dem Bus zu unserer Unterkunft zu fahren. Es dauerte kurz bis wir das lokale Bussystem verstanden hatten, schließlich bestiegen wir aber einen alten Klapperbus, der uns bis zu unserem Appartement bringen sollte. Der Bus war natürlich voll mit Einheimischen und so mussten wir die erste Hälfte der ca. halbstündigen Fahrt stehen. Wir waren wie immer voll bepackt mit tollen Sachen (diesmal insbesondere mit billigen kambodschanischen Lebensmitteln) und der mörderische Fahrstil der wohl suizidalen Busfahrer trug nicht gerade zur Entspannung bei. Die Busfahrt hat uns aber immerhin nur 60 Cent gekostet, statt wahrscheinlich 30-40€ für ein Taxi auszugeben, da muss man halt Prioritäten setzen. Schweißgebadet aber zufrieden erreichten wir schließlich unser Appartement. Wir hatten uns ein kleines Selbstversorger-Appartment mit voll ausgestatteter Küche gemietet, da die Restaurants nicht mit dem Budget des gemeinen Backpackers kompatibel sind. Nach so langer Zeit in Asien hatten wir nun endlich wieder die Möglichkeit selbst zu kochen und auch das ein oder andere Brot zu backen, großartig!

Seychellen Pia Flo
Am Anse Police (Mahé, Seychellen)
Seychellen Gecko
Gecko auf Bananenknospe (Mahé, Seychellen)

Die ersten Tage haben wir recht entspannt angehen lassen und sie sahen daher meistens wie folgt aus: Frühstücken, schnorcheln, Brotzeit, planschen, kochen, Abendessen, auf der Terrasse relaxen und Karten zocken.
Vor allem schnorcheln konnte man bei uns vor der Haustür hervorragend und das Beste hierbei ist, dass Schnorcheln nichts kostet. 🙂

Seychellen Schnorchelspot
Der Schnorchel-Spot vor unserer Haustür (Mahé, Seychellen)
Seychellen Schnorcheln Flo
Klein Florian möchte bitte aus dem Fisch-Kindergarten abgeholt werden (Mahé, Seychellen)
Seychellen Kaiserfisch
Kaiserfisch (Mahé, Seychellen)
Seychellen Halfterfisch
Halfterfisch (Mahé, Seychellen)
Seychellen Hornhecht
Hornhecht (Mahé, Seychellen)

Im Laufe der Tage bemerkten wir beide, dass wir leider einen merkwürdigen Ausschlag bekommen hatten. Was anfangs noch wie vereinzelte fiese Stiche aussah, weitete sich dann schnell über die Arme und den Oberkörper aus. In der Apotheke bekamen wir die Antwort, dass es auf Mahé (der Hauptinsel der Seychellen) seit Anfang letzten Jahres eine fiese haarige Raupe gibt, auf deren Haare (die auch gerne mal lose durch die Luft fliegen) viele Leute sehr allergisch reagieren. Da erinnerten wir uns auch wieder daran, Raupen von unseren Handtüchern entfernt zu haben. Hätten wir das mal eher gewusst! Aber jetzt war es natürlich schon zu spät. Und so hatten wir noch gut eine Woche Spaß mit unserem Ausschlag, zum Glück half das Meerwasser (und die Antihistamin-Tabletten aus der Reiseapotheke) den Juckreiz zu lindern.

Seychellen lustiger Nasenfisch
Lustiger Meeresbewohner (Mahé, Seychellen)
Seychellen Damselfisch
Damselfisch verteidigt sein Revier (Mahé, Seychellen)

Zufälligerweise fand während unserer Zeit auf den Seychellen auch der dortige Karneval der Kulturen statt, das mussten wir uns natürlich ansehen. Hierzu kommen aus aller Welt Karnevalsvereine zu einer multikulturellen Parade zusammen, in der jedes hier vertretene Land normalerweise einen Wagen hat. Wir hatten uns das Ganze natürlich eher etwas karibisch angehaucht vorgestellt. Aber weit gefehlt! Als wir ankamen sahen wir (wie sollte es auch anders sein) zuerst die deutschen Karnevalswagen. Hier liegt die Betonung auf der Mehrzahl, denn „Helau“ und „Alaaf“ passen natürlich nicht zusammen. Deutschland bekam daher scheinbar seine Extrawurst, sodass Düsseldorf und Köln tatsächlich ihre eigenen Wagen hatten. Auch Brasilien und verschiedene Länder der Karibik waren vertreten. Alle Karnevalisten versuchten allerdings vergebens der feierresistenten seychellischen Masse einzuheizen. Es war sehr offensichtlich, dass das Prinzip „Karneval“ erst vor ein paar Jahren u.a. als Touristen-Highlight auf den Seychellen eingeführt wurde und nicht wirklich zur einheimischen Kultur gehört. Wie man Karneval wirklich feiert, scheint den Locals (genau wie uns zwei überzeugten Karnevals-Verweigerern aus Gewissensgründen) eher fremd zu sein.

Seychellen Karneval
Helau!! (Mahé, Seychellen)
Seychellen Einsiedlerkrebs 1
Einsiedlerkrebs am Strand (Mahé, Seychellen)
Seychellen Einsiedlerkrebs 2
Wir haben ihn „Wuddie“ getauft (Mahé, Seychellen)

Anstatt wirklich ins Karnevalsgeschehen einzutauchen entschieden wir uns dazu am nächsten Tag lieber zwei Tauchgänge zu unternehmen. Bei hervorragender Sicht hatten wir das Glück, neben vielen verschiedenen bunten Rifffischen auch noch einen kleinen und einen großen Rochen, einen Oktopus und einen ziemlich großen Büffelkopf-Papageifisch beobachten zu können.
Leider hatten wir den Walhai wohl um zwei Tage verpasst. Aber wer weiß, vielleicht haben wir ja in Tansania oder Kenia mehr Glück.

Seychellen One-Tree Island
One-Tree-Island, der zweite Tauch-Spot (Mahé, Seychellen)
Seychellen Tauchen Pia
20.000 Meilen unter dem Meer… fast! (Mahé, Seychellen)
Seychellen Tauchen Flo
15 Meter unter Normal Null, die Frisur sitzt (Mahé, Seychellen)
Seychellen Rochen
Rochen (Mahé, Seychellen)
Seychellen Koralle
Koralle am Meeresgrund (Mahé, Seychellen)
Seychellen Kofferfisch
Kofferfisch (Mahé, Seychellen)

Während unserer letzten paar Tage auf Mahé hatten wir uns dann doch noch einen kleinen Mietwagen (mit den wohl schönsten Schonbezügen zwischen nördlichem und südlichem Wendekreis) gegönnt, um die Insel noch besser und individueller erkunden zu können. Wir hielten an noch schöneren Stränden mit türkisblauem, kristallklarem Wasser und hatten die Chance einen der farbenprächtigsten und wohl schönsten Sonnenuntergänge der gesamten Reise zu beobachten. Während unserer Inselerkundung stellten wir aber auch fest, dass sich wohl einer der besten Schnorchelspots tatsächlich direkt vor unserer Haustür befand. So hatten wir bei der Buchung unseres Appartements also mal wieder einiges richtig gemacht. 🙂

Seychellen Auto
Unser Mietwagen, klein aber fein (Mahé, Seychellen)
Seychellen Auto innen
Genau unser Geschmack! (Mahé, Seychellen)
Seychellen Ausblick
Ausblick über die Insel (Mahé, Seychellen)
Seychellen Strand 1
Eine von vielen traumhaften Buchten (Mahé, Seychellen)
Seychellen Strand 2
Anse Intendance (Mahé, Seychellen)
Seychellen Palme
Unter Palmen… (Mahé, Seychellen)
Seychellen Welle
Hohe Wellen (Mahé, Seychellen)
Seychellen Sonnenuntergang
Farbenspiel am Abend (Mahé, Seychellen)

Ein großer Vorteil des Mietwagens war auch, dass wir mit ihm zum Flughafen fahren konnten und so nicht wieder wie auf dem Hinweg den lokalen Klapperbus nehmen mussten. So kamen wir relativ entspannt am Flughafen an. Unser erster Flug nach Nairobi verlief reibungslos. Nur unser Weiterflug nach Johannesburg sollte sich verzögern, sodass wir erst gegen halb 2 Uhr morgens landeten. Trotz Müdigkeit fuhr uns Florian im nun südafrikanischen Mietwagen mitten in der Nacht sicher nach Pretoria, sodass wir schließlich völlig abgekämpft gegen 3 Uhr nachts ins Bett fielen.

Hier organisieren wir nun ein paar Sachen, bevor wir die ca. 2500 Kilometer Asphalt nach Kapstadt unter die Räder nehmen.

Grüße aus Afrika,
Florian & Pia

11 Gedanken zu „Ein Kurzzeit-Zuhause im Paradies“

  1. Traumschön – euer Urlaub vom Urlaub! Was für Fotos, was für Farben! Und immer wieder bin ich aufs Neue fasziniert, was ihr erlebt.
    Jetzt der letzte Kontinent vor euch, ihr seid hoffentlich inzwischen gut in Kapstadt angekommen.
    Da gibt es dann noch einmal viele neue Eindrücke und sicherlich auch wieder unbekanntes Essen.
    Und ich staune, wie schnell doch die Zeit vergangen ist – jetzt fangen wir schon an, gemeinsame Termine nach eurer Weltreise zu schmieden.
    Ich wünsche euch auf jeden Fall noch eine tolle Zeit in Afrika, bleibt gesund und munter.
    Eine ganz liebe und innige Umarmung
    PS: Hier ist nun endlich der Frühling eingekehrt mit gaaaaaanz viel Sonne 🙂

    1. In Kapstadt sind wir noch nicht, dass ist für eine Etappe etwas zu weit 😉 Aber die Hälfte der Strecke haben wir schon hinter uns.
      Bei euch kommt der Frühling, wir haben hier gerade den goldenen afrikanischen Herbst!
      Liebe Grüße von der Wild Coast!

  2. Hey super überwältigende Fotos … da komme ich mit meinem heutigen sonnigen „draußen-home-office“ wohl nicht mit 😉
    Aber immerhin habe ich mir den Feiertagsrückreiseverkehr erspart -ha!!!
    Super finde ich, wie ihr den Einsiedlerkrebs fottofieeeert habt … echt funny 🙂
    … gaaaanz liebe Grüße von uns und Morgen viel Spaß in Lesotho!!!

    1. Hehe, aber immerhin scheint ja das Wetter bei euch nun auch besser zu werden!
      Falls es dich beruhigt, in Südafrika sind die Nächte gerade echt kalt! Hier teilweise bis zu 3°C, brrr!

      Ja, Wuddie war echt lustig und er hat uns mit seinen Glupschaugen durchaus eine ganze Weile unterhalten! 😀

      Hoffe ihr habt ein schönes langes Wochenende!
      Fühl dich gedrückt!

  3. Es waere kaumzu glauben saehe und ahnte man nicht wie einzigartig die Unterwasserwelt ist und ihr zwei Globetrotter mitten drin .Einfach wieder super schoen .
    Ja, dass mit dem Karneval konnten wir heute auch erleben nachdem ja wegen des schlechten Wetters die ganze Sache im Februar nicht stattfinden konnte
    Heute bei herrlichem Wetter ist der Zug in Ratingen gelaufen
    Da wir uns wieder mal mit unseren Radlerfreunden aus Ratingen verabredet hatten kamen wir nun wieder in den Genuss eine etwas groessere Tour mit unseren Raedern zu machen
    Haben alles gut geschafft
    Nun kamen wir jetzt in den Genuss euren wunderbaren Bericht mit super Bildern zu sehen
    Freuen uns dass ihr eine schoene Unterkunft bekommen habt um euch wieder mal ein bischen zu erholen
    Wuenschen fuer eure Weiterreise noch eine schoene Zeit und super Erlebnisse
    Bis dahin hoffentlich wieder eine gesunde Haut damit wir euch beim Wiedersehen auch gleich erkennen koennen
    Seit ganz lieb gegruesst von Oma und Opa

    1. Wie, Karneval ist dieses Jahr tatsächlich wegen Wetter verschoben worden?!?
      Schön, dass ihr mal wieder ausgiebig Fahrrad gefahren seid! 🙂
      Fühlt euch gedrückt!

  4. Die Fotos sind ja mal wieder einsame Spitze. Bin mal auf den Bildband gespannt, den Ihr anschließend herausgeben wollt. Um Südafrika beneide ich Euch natürlich auch: ich habe gerade einen funkelnagelneuen Film mit dem Titel „Südafrika“ gesehen, von drei deutschen Filmemachern hergestellt. Traumhaft!
    Ja, schönes Wetter haben wir auch, aber nachts nahe dem Gefrierpunkt (wir sind gerade im Allgäu).
    Ich habe aber noch ein anderes Problem: ich habe mich aus Versehen bei Eurem Newsletter abgemeldet. DAS WAR EIN FEHLER!!! Wie kann ich das ungeschehen machen?
    Liebe Grüße von Angelika, Manu und Hilde

    1. Wir haben bislang ca 4700 Fotos, das aber auch nur weil wir konsequent regelmäßig aussortieren… Wird also ein dicker Bildband 🙂
      Ich habe euch wieder für den Newsletter eingetragen, ihr bleibt also auch die letzten 2 Monate weiter auf dem Laufenden!
      Liebe Grüße aus dem südafrikanischen Herbst!

  5. Da bekomme ich wieder fernweh! Ich reise gedanklich mehrmals die Woche auf die Seychellen. Wobei wir Mahé damals gar nicht so erkundet hatten. Schade, dass ihr nicht noch von den anderen Inseln Eindrücke gewinnen konntet, z.B. von Praslin und La Digue. Aber das mit dem Bus haben wir damals auf Praslin auch erlebt 😉 Vielen Dank für die schönen Bilder 🙂

    1. Ja, wären auch gern noch dorthin gefahren. Aber ein Tagestrip nach Praslin und La Digue hätte einfach knapp 200€ pro Person gekostet, das war uns einfach zu viel. Da haben wir lieber für die Hälfte des Geldes zwei Tauchgänge gemacht. 😉

  6. Endlich komme ich auch mal dazu, ein paar Zeilen zu hinterlassen. War die letzten Tage nur selten am PC bzw. Tablet, da wir entweder das schöne Wetter zum Motorrad fahren genutzt haben oder aber im Keller den Raum neu gestaltet haben. Ich denke, wenn der fertig ist habt ihr das da unten schon schön 🙂
    Vielen Dank für diesen (wie immer) sehr schönen und illustrativen Bericht. Die Unterwasserwelt ist immer wieder beeindruckend. Bei dem Auto und vor allem den Sitzbezügen bekommt man aber (Achtung, am Wochenende von Jannis ein neues Wort gelernt…) Augentinnitus! 🙂 Dafür sind die anderen Bilder wieder Balsam für Augen und Geist.
    Weiterhin eine tolle Zeit und passt auf euch auf!

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