Ab in die Wüste

Nach 9 Monaten Reisen auf eigene Faust war es nun endlich soweit und wir sollten uns in die gut strukturierten Hände von Africa Travel Co begeben. In letzter Zeit hatten wir uns schon sehr auf unseren organisierten 42tägigen Overlanding Trip gefreut, der uns von Kapstadt bis nach Nairobi bringt. Wir hatten das viele Organisieren und Wälzen von Reiseführern doch langsam satt.

Fish River Canyon Truck
Unser Truck „Amandla“ (Fish River Canyon, Namibia)

Bei unserem Vortreffen lernten wir neben unseren 18 Mitreisenden auch unsere dreiköpfige Crew kennen, unseren Guide Matt, unseren Koch Benson und unseren Fahrer Johannes. Die drei sollten auf der ersten Hälfte der Tour bis zu den Victoria Falls in Zimbabwe gut für uns sorgen. Außerdem wurden wir hier auch den überwiegenden Teil unserer hart erkämpften US Dollar wieder los und so langsam hatten wir auch wieder die Zuversicht, dass nach den anfänglichen organisatorischen Hürden nun doch alles klappen würde.

15.05. – 16.05.2016 Cederberg, Südafrika

Am nächsten Morgen fanden wir uns alle am Abfahrtsort ein, beluden den Truck namens Amandla (wer den Truck einen Bus nennt, muss in die Klingelkasse einzahlen, Amandla und seine Crew mögen dies nämlich überhaupt nicht) und bezogen unsere Plätze. Wir hatten das Glück zwei Plätze in der ersten Reihe zu ergattern und konnten somit in nächster Zeit die beste Aussicht genießen (wurden dafür aber auch dank des Treibhauseffekts hinter den Scheiben gelegentlich ordentlich gar gekocht).

Kapstadt Tafelberg
Tafelberg, das Wahrzeichen der Stadt (Kapstadt, Südafrika)

Bevor wir nun allerdings so wirklich starten sollten, stand noch in Kapstadt eine Township Tour auf dem Programm, was der Crew die benötigte Zeit zum Einkaufen der Vorräte verschaffte. Townships sind die extrem armen Vororte südafrikanischer Städte und ganze Familien leben dort in winzigen Blechhütten ohne fließend Wasser und Elektrizität. Für die Tour hatten wir einen anderen Guide, der in den Townships geboren und aufgewachsen war. Er kann sich zu einem der wenigen Glücklichen zählen, die es aus dieser Hölle hinaus geschafft hat.

Kapstadt Township
Wellblechhütten im Township (Kapstadt, Südafrika)

Wir standen der Tour anfangs sehr skeptisch gegenüber, unser Guide hat uns aber einen sehr detaillierten und vor allem respektvollen Eindruck in das dortige Leben geben können. So beherrscht die Aussicht auf (auch noch so wenig) Geld das Leben und die Gedanken der dort lebenden Menschen. Viele werden kriminell, da es für sie häufig die einzige Möglichkeit ist an Geld zu kommen und so das Überleben ihrer Familie zu sichern. Da die lokale Polizei häufig zu lange braucht oder gar nicht erst in die Townships gehen will, oder aber keiner deren Nummer kennt, hat sich mit der Zeit eine Township interne Bürgerwehr entwickelt. So patrouilliert je ein Mitglied der Bürgerwehr jeweils eine Gasse zwischen den Hütten. Sollte jemand ein Verbrechen beobachten ertönt ein Pfiff, eine weiße Fahne wird am Ort des Geschehens geschwenkt und die restliche Bürgerwehr rückt als Verstärkung an. Dann wird Selbstjustiz geübt, was meistens darin besteht, dass dem Übeltäter ein brennender Autoreifen übergestülpt wird, was zum sicheren Tode des Beschuldigten führt. Während dieser Erklärungen standen wir in einer dieser winzigen Blechhütten, die im Winter extrem kalt und im Sommer kochend heiß werden und es schnürte uns langsam aber sicher die Kehle zu. Man kann sich kaum vorstellen, wie es sein muss hier aufzuwachen und leben zu müssen.
Die Regierung baut zwar kleine Wohltätigkeitshäuser, die an arme Leute einer Liste nachgehend verteilt werden sollen, jedoch ist hierbei das große Problem die Korruption im Lande. So kann sich jeder Südafrikaner auf diese Listen schreiben lassen und je mehr Schmiergelder man bezahlen kann, desto höher steigt man auf der Liste. Dies wiederum bedeutet, dass die wirklich Armen fast keine Chance auf die Häuser haben, die eigentlich für sie bestimmt sind.

Nach diesen ausführlichen und bedrückenden Erklärungen besichtigten wir die lokale „Brauerei“. Hierbei handelt es sich um eine etwas größere Blechhütte, in der in großen Fässern ein alkoholisches Getränk aus Hefe und Getreide hergestellt wird, welches die Locals als „Bier“ bezeichnen. Wir durften dieses Gebräu verköstigen und feststellen, dass der Geschmack weit entfernt von dem ist, was wir unter Bier verstehen. Er erinnerte am ehesten noch an sehr sauren und heftigen Federweißer, wir haben es dann doch lieber bei einem winzigen Probierschluck belassen.

Kapstadt Bier
So braut man Bier (Kapstadt, Südafrika)

Schließlich sollten wir noch Mittagessen in den Townships bekommen, bevor wir dann wieder zurück zum Truck und der Crew gebracht wurden. Wir fanden uns also in einem Hinterhof ein, wo gerade noch die Musikanlage mit riesigen Boxen aufgebaut wurde, aus denen bald extrem lauter HipHop ertönen sollte. Nach und nach versammelte sich die Nachbarschaft in ihrer Sonntagskleidung (die Kirche war gerade vorbei) und es wurde gequatscht, getrunken, getanzt und gegessen. Wir waren sehr froh, dass wir von Anfang an angegeben hatten, dass wir auf der Tour vegetarisch essen möchten, da das eigentliche Mittagessen aus nichts anderem als einer riesigen Schüssel voll Fleisch bestand. Für die insgesamt neun Vegetarier (eine erstaunlich hohe Anzahl) gab es stattdessen frisch gebackenes Brot, Maisbrei und Chakalaka-Sauce bzw. Chutney, was insgesamt alles sehr lecker war. Leider war die Musik so laut, dass an eine Unterhaltung gar nicht zu denken war und wir das weitere Kennenlernen auf den Abend verschieben mussten.

Nach diesem interessanten und lehrreichen Vormittag wurden wir zurück zum Truck gebracht, in welchem wir uns nun auf den Weg Richtung Norden machten. Ziel war das Highlander Weingut in der Cederberg-Region. Als wir schließlich dort ankamen, sollten wir nun zum ersten Mal unser Camp aufbauen. Um dies zu vereinfachen zeigte uns Matt einmal, wie man die Zelte aufbaut. Frech, wie Florian halt manchmal ist, bedankte er sich danach bei Matt dafür, dass dieser unser Zelt aufgebaut hatte. Darüber musste Matt so lachen, dass wir tatsächlich das aufgebaute Zelt übernehmen durften. 🙂

Cederberg Camp
Das erste Camp, alle Zelte stehen (Cederberg, Südafrika)
Cederberg Berge
Berge im Abendrot (Cederberg, Südafrika)

Nach erfolgreichem Campaufbau folgte eine Weinprobe, die einen guten Rahmen zum weiteren Kennenlernen der Gruppe bot. Schließlich zauberte Ben unser erstes Abendessen, wonach alle früh in den Zelten verschwanden, da wir am nächsten Morgen schon um 6 Uhr aus den Schlafsäcken kriechen mussten.

16.05. – 17.05.2016 Orange River, Südafrika

Nach einem frühen Frühstück (aha, daher kommt also der Name) packten wir alles zusammen und begaben uns auf die 500km lange Fahrt zum Orange River (oder in Afrikaans auch Oranje genannt), welcher die Grenze zwischen Südafrika und Namibia bildet. Hier bauten wir unser Camp auf der südafrikanischen Seite auf. Nach dieser langen Etappe kam den meisten die Abkühlung im erstaunlich kalten Fluss sehr gelegen. Doch wer konnte sich schon die Gelegenheit nehmen lassen in einem afrikanischen Fluss zu planschen. Ben zauberte uns erneut ein hervorragendes Abendessen und wir saßen abends noch bei dem ein oder anderen Bierchen mit Blick auf den Fluss zusammen, bevor wir in unseren Zelten verschwanden.

Orange River Sonnenuntergang
Da drüben beginnt Namibia… (Orange River, Südafrika)

Am nächsten Morgen stand eine Kanu Tour auf dem Orange River auf dem Programm, nachdem wir das Camp bereits wieder abgebaut hatten. Einige der Gruppenmitglieder saßen wohl zum ersten Mal in einem Kanu, was zur allgemeinen Belustigung der restlichen Gruppe beitrug, als sich diese Spezialisten im Gestrüpp verfuhren und nach einiger Zeit, in der wir nur Fluchen hörten, ziemlich dreckig aus diesem wieder auftauchten. Für uns schon Kaunerprobte war diese Tour jedoch eine sehr willkommene Aktivität, welche einen angenehmen Gegenpol zum langen sitzen im Bus bot.

Orange River Pia Kanu
Mit dem Kajak durch die Wildnis (Orange River, Südafrika)
Orange River Kanu
Beeindruckende Perspektive vom Wasser (Orange River, Südafrika)

Wieder am Campingplatz angekommen, sattelten wir Amandla und sollten nun zügig die Grenze nach Namibia überqueren, um dann die nächste Etappe zum Fish River Canyon anzutreten. Nach bereits erfolgter Immigration saßen wir jedoch erst einmal an der Grenze fest und durften nicht weiter fahren. Anfangs dachten wir, dass Florians nicht bezahltes Blitzerticket vielleicht doch noch Probleme machen würde. Dem war aber zum Glück nicht so. Stattdessen fehlte ein gewisser Sticker von der Versicherung an der Windschutzscheibe des Trucks, welchen Matt in den 16 Jahren, seit denen er die Strecke schon fährt, nie brauchte und auch gar nicht wusste, dass so etwas gar existiert. Offensichtlich schien der Grenzbeamte darauf zu hoffen, von Matt ein Schmiergeld zu bekommen. Aber er hatte wohl nicht mit seinem Dickkopf gerechnet und so meckerte und telefonierte Matt hin und her, bis sich der Grenzbeamte schließlich damit zufrieden gab, dass Matts Chef die Unterlagen per E-Mail schickt. Ohne zu überprüfen, ob diese wirklich angekommen war, durften wir letztlich passieren. Die ersten Worte die Matt rausbrachte, nachdem er sich wieder abgeregt hatte, waren „Welcome to Africa!“.

17.05. – 18.05.2016 Fish River Canyon, Namibia

Der Rest der Fahrt zum Fish River Canyon verlief aber reibungslos und es gab wieder einmal ein gutes Mittagessen irgendwo in der Wüste. Ihr merkt schon, wir werden hier sehr gut verpflegt. 😉

Mittagspause Truck
Mittagspause am Straßenrand (Namib-Naukluft National Park, Namibia)
Mittagspause Pia
Pia hilft Benson beim kochen (Namib-Naukluft National Park, Namibia)

Am Campingplatz angekommen hieß es dann fix das Camp aufbauen und ab zurück in den Truck. Während Ben unser Abendessen vorbereitete, fuhren wir zum Sonnenuntergang zum Canyon. Auf Matts Hinweis hin hatten wir uns alle „Sundowners“ (beliebige alkoholische Getränke, die man trinkt während man den Sonnenuntergang bestaunt) mitgebracht und genossen die herrliche Aussicht.

Fish River Canyon Pia
Pia an der Schlucht (Fish River Canyon, Namibia)
Fish River Canyon Flo
Florian ganz schwindelfrei (Fish River Canyon, Namibia)
Fish River Canyon Schatten
Tiefe Sonne, lange Schatten (Fish River Canyon, Namibia)

Den Rest des Abends verbrachten wir dann natürlich mit Essen und dem ein oder anderen Cider in der sehr interessanten und liebevoll gestalteten Campingplatzbar. Der Besitzer ist ein riesiger Autoliebhaber und hat sehr viele Autowracks aus der Wüste „gerettet“, überwiegend gut restauriert und diese als Dekoration überall auf seinem Grundstück verteilt. Die Bar selber ist quasi tapeziert mit allen möglichen Nummernschildern unter welchen wir auch das ein oder andere Deutsche finden konnten. Nach einigem Suchen entdeckten wir sogar ein hannoveraner Kennzeichen und einen „Fahrrad NRW“ Aufkleber (bei dem Pia natürlich direkt an ihre Großeltern denken musste 🙂 ).

18.05. – 20.05.2016 Sesriem, Namibia

Nach einer frühen Nachtruhe, einem noch früheren morgendlichen Camp abbauen und frühstücken machten wir uns auf den Weg nach Sesriem, wo wir diesmal zwei Nächte verbringen sollten. Auf dem Weg dorthin sahen wir aus dem Truck auch schon ziemlich viele Antilopen, ein paar Strauße und sogar ein paar Zebras. Wir kommen also langsam in die Gebiete, wo man besser die Augen bei der Fahrt offen halten sollte. In Sesriem hatten wir den Nachmittag „frei“ und verbrachten ihn überwiegend am doch empfindlich kalten Pool, welcher scheinbar auch von einer sehr zutraulichen Oryxantilope als Trinkstelle genutzt wird. Vielleicht ist sie mittlerweile chlorsüchtig und ist deswegen immer Nahe beim Camp anzutreffen.

Sesriem Oryx
Oryxantilopen trinkt aus unserem Pool (Sesriem, Namibia)

Am nächsten Morgen quälten wir uns schon um 5 Uhr aus den Schlafsäcken um pünktlich um 6 Uhr in den Namib-Naukluft Nationalpark hineinfahren zu können. Hier sollten wir noch vor dem Frühstück die ziemlich hohe Dune 45 besteigen (zwei Schritte vor, ein Schritt zurück, wie man das halt von Dünen so kennt), von wo aus man eine hervorragende Aussicht über die Umgebung hat. Nach diesem Powerworkout hatten wir uns das Frühstück am Fuß der Düne auch wirklich verdient!

Dune 45 Ausblick
Ausblick von der „Dune 45“ (Sesriem, Namibia)

Frisch gestärkt fuhren wir dann zum Sossusvlei, eine von Namib-Sanddünen umschlossene beige Salz-Ton-Pfanne in der Namib-Wüste, die nur in seltenen guten Regenjahren Wasser führt. Um diese zu erreichen stiegen wir in etwas kleinere Geländewagen um und wanderten danach durch das Sossusvlei. Ein sehr surrealer Ort, der uns durchaus an den Salar de Uyuni in Bolivien erinnerte. Allerdings ist das Sossusvlei viel kleiner und gespickt mit alten toten Bäumen, was diese Umgebung noch skurriler erscheinen lässt. Auf dem Rückweg klaute uns eine andere Reisegruppe die eigentlich für uns bestellten kleinen allradbetriebenen Shuttles und so mussten wir uns einen hinter einen Traktor gespannten größeren Anhänger mit einer deutsch-holländischen Reisegruppe teilen. Was anfangs noch ganz lustig war, entwickelte sich nach einiger Zeit in eine extrem peinliche Repräsentation unseres Heimatlandes. Alles fing damit an, dass ein Spezialist seine Sonnenbrille vom Truck fallen ließ und wir seinetwegen an einer Stelle anhalten mussten, an der man lieber nicht vom Gas gehen sollte, weil man nicht weiß, ob man danach wegen des sehr sandigen Bodens noch weiter kommen würde. Es kam also wie es kommen musste und der Traktor sprang nicht mehr an. Darauf hin wurden die Deutschen und deutschsprechenden Holländer alle sehr ungeduldig (wie sollte es auch anders sein) und fingen an großkotzige dumme Sprüche von sich zu geben. Wie sich im weiteren Verlauf herausstellte kam die Gruppe gerade von einer Traktor-Tagung und es waren alle entweder Traktor-Mechaniker, Traktor-Verkäufer, Farmer oder ähnliches. Anstatt aber dem armen Fahrer mal zu helfen (oder einfach die Klappe zu halten), machten die meisten nur (dumme) kluge Sprüche und meinten alles besser zu wissen, ohne aber mal selbst mit anzupacken und das Problem zu lösen. Als dann ein besonderer Vollprolet auch noch anfing dem Fahrer auf deutsch irgendwelche Schlaumeiersprüche zu drücken, waren wir beide schon voller Scham in unseren Sitzen versunken. Ende vom Lied war, dass der Traktor nach ein paar kurzen Versuchen letztlich gar nicht mehr ansprang und wir somit das letzte Stück (welches zum Glück nicht mehr so lang war) laufen mussten. Das passte den dicken Deutschen natürlich gar nicht… „In Deutschland wäre sowas nicht passiert!“ …ja dann bleibt halt da ihr Kackvögel!

Sossusvlei Pia Flo
Kein Schatten hier (Sossusvlei, Namibia)
Sossusvlei Baum
Einsamer Baum (Sossusvlei, Namibia)

Zur Mittagszeit fanden wir uns wieder im Camp ein und hielten nach dem Mittagessen eine sehr nötige Siesta. Nachmittags besichtigten wir den Sesriem Canyon, erneut eine sehr beeindruckende Landschaft. So viele Eindrücke an einem einzigen Tag! Den Abend ließen wir wie mittlerweile üblich gemütlich am Lagerfeuer ausklingen und verschwanden diesmal etwas später im Zelt (und spät heißt gegen 21 Uhr). Wenn wir zurück kommen werden wir bestimmt doch einen Jetlag haben, obwohl wir uns hier in den gleichen Zeitzonen wie Europa bewegen. Aber wenn man morgens so früh raus muss und dann den ganzen Tag unterwegs ist, fällt man abends halt früh auf seine Matte.

Sesriem Canyon Pia
Pia im ausgetrockneten Flussbett (Sesriem Canyon, Namibia)

20.05. – 22.05.2016 Swakopmund, Namibia

Auf dem Weg nach Swakopmund hielten wir an einer kleinen Bäckerei mitten im Nirgendwo, welche in der Region sehr berühmt ist für den frisch gebackenen Apfelkuchen. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so hatten wir als zweites Frühstück ein großes Stück des grandiosen Apfelkuchens und einen Cappuchino (aus frisch gemahlenen Bohnen, mjam!).
Als nächstes hielten wir kurz an, als wir den südlichen Wendekreis überschritten, welcher auf Englisch „Tropic of Capricorn“ heißt. Dieser absolut unlogische Name führte bei uns beiden anfangs zu einiger Verwirrung, da nicht alle Erklärenden die Bewegung unseres Planeten im Bezug zur Sonne wirklich verstanden hatten. Wir waren also seit langem mal wieder „lost in translation“, konnten die Verwirrung aber schließlich lösen.

Wendekreis Pia Flo
So sieht also ein Wendekreis aus… (Tropic of Capricorn, Namibia)

Nach einem weiteren Halt an einem Aussichtspunkt (in Kombination mit der üblichen Pipi-Pause in der “ bush toilet“) erreichten wir schließlich Swakopmund. Hier checkten wir in unsere Container ein, welche zu einer Lodge ausgebaut worden sind. Wir hatten also endlich mal wieder ein echtes Bett mit erstaunlich guter Matratze und eigenem Badezimmer. Was für ein Luxus!

Moonvalley Pia Flo
Kurze Pipi-Pause mit Aussicht (Namib-Naukluft National Park, Namibia)

Nach dem Checkin hatten wir den Nachmittag für uns. Wir steuerten also das Nordsee-ähnliche Restaurant an, welches wir schon aus dem Truck gesichtet hatten und welches mit Fischbrötchen warb… FISCHBRÖTCHEN!!! Wie genial ist das denn??? Wir genossen also unser leckeres Bismarkbrötchen bevor wir uns dem Vorratsshopping widmeten. Auf dem Rückweg wurden wir dann von einem jungen Herrn auf der Straße auf deutsch angesprochen. Er erzählte von sich, wo er herkommt und wie er heißt und fragte uns schließlich nach unseren Namen. Wir waren zuvor von Matt vor diesen Leuten gewarnt worden, sie verwickeln einen in ein Gespräch, fragen einen nach dem Namen, schnitzen diesen dann ungefragt in eine Art Nuss und wollen einem das dann für einen viel zu überteuerten Preis verkaufen. Das Ganze hatten wir natürlich vergessen. Also buchstabierten wir beide auf Nachfrage hin unsere Namen. Gerade als der gute Herr anfangen wollte diese auf seine Schlüsselanhänger zu schnitzen, machte es bei uns doch noch Klick und wir wimmelten ihn wie aus einem Mund kommend mit einem ziemlich lauten „NEIN, NEIN, NEIN!!!“ ab, worauf der Mann schneller verschwand als wir gucken konnten. Da hatten wir ja gerade noch mal Glück gehabt!

Abends gingen wir mit der gesamten Gruppe beim Italiener essen und hatten (natürlich) eine super leckere Pizza. Im Anschluss verschwanden wir noch mit einem Teil der Gruppe in der benachbarten Bar und blieben viel länger als wir eigentlich geplant hatten. Es war also insgesamt ein sehr netter und vor allem lustiger Abend. Dass wir morgens um 7 Uhr nicht zum Frühstück erschienen hatten wir schon am Vorabend angekündigt. Stattdessen drehten wir uns noch mal um und genossen es endlich mal wieder ausschlafen zu können. Für den weiteren Tag hatten wir zum Glück auch keine Aktivitäten gebucht und ließen es daher sehr ruhig angehen. Morgen früh geht es dann für uns wieder raus in die Natur.

Sandige Grüße,
Florian & Pia

11 Gedanken zu „Ab in die Wüste“

  1. …meine Güte, das hat man eben den letzten Bericht gelesen und verarbeitet, da kommt schon der nächste. Das geht hier ja Schlag auf Schlag… Vielen lieben Dank dafür!

    Und wieder so unglaublich tolle Bilder – der einsame Baum – einsame Spitze! Pia und Florian oben auf dem Berg – mir wird schon beim Hinschauen schlecht!

    Und dass es nicht nur eine Sonnenseite gibt, habt Ihr auf Eurer Reise ja auch schon mehrfach erlebt, so gehört also auch die Township Tour dazu, danke für Eure Eindrücke.

    Sehr schade ist das mit dem Fremdschämen, aber zum Glück sind wir Menschen ja alle unterschiedlich.

    Wir wünschen Euch noch viele weitere fantastische Tage, eine gute und sichere Weiterfahrt, bleibt gesund und munter.

    Ganz liebe Grüße und eine dicke Umarmung aus Wettmar

  2. So langsam gehen uns die Begriffe aus um euch zu sagen wie unfassbar eure wieder mal ganz abenteuerlichen Begegnungen waren und sind
    Wohin nur mit all den Gefuehlen und Staunen ueber alles Erleben in euren Koepfen
    Jetzt werdet ihr sicher noch viel mehr Natur und vor allendingen wunderbare Tiere in ihrem Lebensraum erleben
    Dazu noch viel neugirig sein und erleben wie ihr alles empfindet
    Ganz viele superschoene Zeiten und viel Spass mit all euren Leuten die um euch sind
    Wir denken und wuenschen euch nur das Beste alles Liebe Oma und Opa

    1. Ja, es ist schon alles ganz schön viel. Aber jetzt brauchen wir uns ja gerade nicht mehr um die ganze Organisation und so kümmern, so haben wir ein bisschen mehr Platz im Kopf 😉

  3. Hey die Nachtbarn haben am Sonntag früh schon verraten, dass es wieder was zu schmökern gibt…
    … da wird doch glatt der Kaffee kalt -also so richtig kalt 😉 und ein halbes Brötchen wartet auch noch darauf verköstigt zu werden…

    …übrigens: Oryxantilopen sollen super-lecker schmecken… sagt Hattis Ex-Kollege, der (wie schonmal erwähnt) nach Afrika ausgewandert ist …tja, ist uns (fast-)Vegetariern aber trotzdem „wurscht“ 😉
    Also denn, wilde Tiere nur beobachten … ( und vllt sogar mal „die Beine in die Hand nehmen müssen“ -hfftl natürlich nicht)

    Viel Freude auf eurer weiteren Tour
    Lieben Gruß
    Ulli

    1. Oh nein, nicht dass du noch vom Fleisch fällst…

      Ja, für die Nicht-Vegetarier gab es auch schon Oryx, Kudu und Springbock. Soll angeblich alles lecker sein, aber die sind einfach zu hübsch anzuschauen. 🙂

  4. Jetzt wird die Schlagzahl mit den Berichten aber kurz vor Schluss noch mal angezogen ;-)und das ist ut so…
    Unfassbar schöne Bilder und ein toller, spannender Bericht (wie eigentlich jeder hier) mir als WoMo-Ausbauer würde natürlich das Innenleben des Truck interessieren, vielleicht kommen dazu ja auch noch ein paar Bilder 🙂
    Herzhaft lachen musste ich über den sehr anschaulichen Bericht der „Planwagenfahrt“ mit den deutschen Touris und der neuen Vogelart… 😀 ja so Kackvögel gibt es leider überall…
    Aber eigentlich seid ihr ja nur am Futtern und alkoholische Getränke vernichten, oder? Na dann fallt ihr wenigstens nicht vom Fleisch 😉
    Passt auf euch auf!

    1. Naja, jetzt mal nicht die Erwartungen hochschrauben… das mit dem Internet hier ist echt problematisch. Meistens gibt es keins und wenn doch, dann geht es nur ganz langsam oder gar nicht.

      Ja, die Kackvögel scheinen sich hier in Namibia zu sammeln…

  5. Eure tollen Erlebnisse machen mich sprachlos. Ich höre Florian schon sagen: dann halt doch einfach die Klappe. Geht aber nicht!
    Super Berichte, super Bilder! Ich bin gespannt, was noch kommt!
    Typisch deutscher Tipp: Bleibt bloß gesund!

  6. Noch eine Klugscheißerfrage: kennt Ihr den Roman: Hummeldumm?
    Darin spiegeln sich Erlebnisse von Euch wieder. Ein super Buch für den Rückflug? Zum wegschreien!

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