Asante sana, Ostafrika!

Der letzte Teil des Overlandings sollte uns noch einmal an schöne Strände und in die Tiefen von Tansanias Wildnis führen. Über 10.000 Kilometer über Asphalt, Schotter und Sand liegen nun hinter uns und inzwischen können wir die Tage bis zur Rückkehr nach Deutschland schon fast an zwei Händen abzählen.

Ngorongoro Zebras
„Zebra-Autobahn“ (Ngorongoro Krater, Tansania)

17.06. – 19.06.2016 Kendwa, Tansania

Nach unserer ersten Nacht auf Sansibar in Stone Town fuhren wir weiter in den Norden der Insel. Die nächsten beiden Nächte verbrachten wir in Kendwa, wo Samstag passenderweise auch eine Full Moon Party stattfinden sollte. Eigentlich hatte unser Guide Alex für uns Zimmer in einem Hotel reserviert. Die Hotelleitung stellte sich allerdings quer und wollte plötzlich den dreifachen Preis von uns haben, die billigeren Zimmer wären angeblich alle „ausgebucht“… ja nee, is klar! Die Manager hatten wohl nicht damit gerechnet, dass wir keine Lizenz zum Geld drucken haben und außerdem auch nicht alles mit uns machen lassen. Wir wechselten schließlich in das schöne Rocks Hotel in dessen Strandbar auch die Beach Party stattfinden sollte. Die Zimmer waren wesentlich günstiger und zudem sparten wir uns den Partyeintritt. Und Dank der zur Zeit herrschenden Nebensaison hatte das Hotel auch genug Hütten für uns alle frei. Es hat sich somit letztlich alles zum positiven gewendet. Den restlichen Tag verbrachten wir dann überwiegend am schönen und vor allem leeren Strand und in der Strandbar.

Sansibar Sonnenuntergang
Sonnenuntergang in Stone Town (Sansibar, Tansania)
Sansibar Strand
Blick auf unser Hotel am Strand (Sansibar, Tansania)

Am nächsten Vormittag gingen Pia, Olivia und Kaitlyn ein bisschen shoppen, so ein Bikini ist nach 11 Monaten Weltreise einfach hinüber. Für 12 Uhr hatten wir einen Tauchgang für die Taucher und einen Schnorchelausflug für die Nichttaucher, denen trotzdem nach einer Abkühlung zu Mute war, gebucht. Leider hatten wir nicht die Zeit für den Ganztagesauflug zum angeblich sehr schönen und fischreichen Mnemba Island. Wir mussten uns daher mit einem kürzeren Trip begnügen, welcher aber, wenn auch sicherlich nicht der beste Tauchgang der Reise, wieder sehr spannend war.

Den Nachmittag verbrachten wir damit noch etwas zu relaxen, bevor wir uns dann vor der Hütte der Isländer die günstigeren mitgebrachten Getränke schmecken ließen. Schließlich gingen wir runter in die Strandbar zur Full Moon Party und feierten bis spät in die Nacht. 🙂

19.06. – 20.06.2016 Daressalam, Tansania

Morgens um 10 Uhr holte uns der Bus wieder ab und die Fahrt war den Umständen entsprechend eher ruhig.
Als wir dann nach Bus, Fähre und kurzer Fahrt im Truck gegen Nachmittag wieder an unserem Camp in Daressalam ankamen, sprangen wir natürlich erst einmal ins Meer und genossen die vorerst letzten Stunden am Strand. Darauf folgte ein sehr ruhiger Nachmittag und der Abend endete dann auch bereits kurz nach dem Abendessen im Zelt.

20.06. – 21.06.2016 Korogwe, Tansania

Am nächsten Morgen machten wir uns langsam aber sicher auf den Weg nach Arusha, Ausgangsort für Ausflüge in die Serengeti und in den Ngorongoro Krater. Frühere Overlanding-Touren sind die Etappe von Daressalam nach Arusha in einem Stück gefahren, bis sich irgendwann zu viele Leute über die mindestens 15-stündige Fahrt beschwert haben. Jetzt wurde diese Fahrt in zwei kürzere Etappen aufgeteilt, sodass wir einen Übergangsstop in Korogwe hatten. Zwar hatten wir so nur zwei kürzere Fahrten, was definitiv positiv ist, allerdings war der Campingplatz der wohl schäbigste des ganzen Overlandings. Am schlimmsten war das Waschhäuschen, wenn man dieses denn so nennen kann. Fast alles war irgendwie kaputt und es hatte den Anschein, als sei es seit Ewigkeiten nicht mehr sauber gemacht worden. Die Krönung des Ganzen war dann, dass es leider kein Wasser mehr gab, als Pia duschen gehen wollte. Zum Glück hatten wir noch jede Menge Feuchttücher 🙂 Korogwe selber scheint ausschließlich aus Tankstellen und Autozubehörshops zu bestehen. Zu allem Überfluss fing es während des Abendessens auch noch ordentlich an zu regnen, zum Glück saßen wir aber alle unter einem Dach. Es gab also rein gar nichts zu tun, außer Karten zu spielen und wieder früh im Zelt zu verschwinden.

21.06. – 22.06.2016 Arusha, Tansania

Nach einem frühen Morgen und längerer Fahrt erreichten wir schließlich gegen Nachmittag unseren Campingplatz in Arusha. Hier sprintete Pia erst einmal ins Waschhäuschen und wurde von einer angenehm warmen Dusche überrascht. Generell war der Campingplatz das komplette Gegenteil vom vorherigen. Es gab nicht nur warme Duschen für alle, sondern auch noch einen Schlangen- und Reptilienpark sowie ein Massaimuseum und einen Handwerksmarkt, den man besichtigen konnte. Da es aber schon recht spät war, feierten wir noch ein bisschen Þorgeirs Geburtstag und verbrachten den Abend in der sehr nett eingerichteten Bar.

Am nächsten Tag startete unsere Exkursion zum Ngorongoro Krater und in den Serengeti Nationalpark erst nach dem Mittagessen, so dass wir den ganzen Vormittag an diesem spannenden Campingplatz nutzen konnten. Als erstes besichtigten wir die zahlreichen Schlangen sowie die Schildkröten und die Krokodile, wobei wir ein paar Schlangen hautnah erleben durften.

Arusha Pia
Gar nicht glitschig (Arusha, Tansania)
Arusha Flo
Und auch fast gar nicht giftig (Arusha, Tansania)

Danach ließen wir uns von einem Massai Krieger durch das Museum führen und lernten dabei jede Menge über die für uns so fremde Kultur der Massai, welche in der Region des Ngorongoro Kraters und der Serengeti leben. Schließlich besuchten vor allem die Mädels den Handwerksmarkt der Massai Frauen und wir kauften das ein oder andere Souvenir, unsere Reise neigt sich ja langsam dem Ende zu und nun können wir unsere Rucksäcke doch noch etwas mehr füllen.

Als wir später erneut an den Terrarien vorbei gingen, fragte uns einer der Wärter, ob wir zusehen wollten, wie er die schwarze Mamba, die längste Giftschlange Afrikas, fütterte. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir warteten also vor dem Terrarium darauf, dass der Wärter zwei noch lebende junge Meerschweinchen in den Schlangenkäfig warf. Das eine Meerschweinchen wurde noch im Flug gebissen und zeigte sofort einsetzende Lähmungserscheinungen und Zuckungen. Das andere Meerschweinchen saß wie paralysiert völlig verängstigt im Terrarium und regte sich nicht. Wie in einem Horrorfilm (es fehlte nur die Musik) näherte sich die Schlange züngelnd dem noch nicht vergifteten Meerschweinchen, welches weiter vergeblich darauf hoffte, dass die Schlange es nicht entdecken würde. Schließlich betastete die Schlange fast zärtlich das komplett verängstigte Meerschweinchen, bevor es langsam aber sicher zum finalen Biss ausholte. Daraufhin lag auch das zweite Meerschweinchen zuckend am Boden und die Schlange wartete geduldig, bis ihre Beute auch tatsächlich tot war. Anschließend verschlang sie das erste Meerschweinchen im Ganzen mit dem Kopf voran. Als man noch beobachten konnte, wie das ganze Tier weiter innerhalb der Schlange hinunter rutschte, ging es auch dem zweiten „Leckerbissen“ an den Kragen und auch dieser wurde samt Haut und Haaren in einem Stück verschlungen. Danach legte sich die Schlange zum verdauen hin, das Spektakel war vorüber und unser Appetit beim anschließenden Mittagessen war anfangs etwas gehemmt.

22.06. – 23.06.2016 Karatu, Tansania

Nach dem Mittagessen machten wir uns in drei Allradfahrzeugen auf den Weg zu unserem Campingplatz nahe des Eingangs zur Ngorongoro Conservation Area und verbrachten dort einen entspannten Abend.

Am nächsten Morgen betraten wir schließlich die Ngorongoro Conservation Area, wir konnten allerdings kaum etwas sehen, da es komplett nebelig war. Der Regenwald zusammen mit dem dichten Nebel wirkte allerdings sehr mysteriös und geheimnisvoll. Dass dieser Ort einige Überraschungen parat hat, sollten wir bereits kurze Zeit später zu spüren bekommen, als Þorgeir direkt am Straßenrand einen Leoparden entdeckte. Leider war die scheue Wildkatze schnell im Dickicht verschwunden. Wir konnten daher nur einen kurzen Blick und leider kein Foto erhaschen. Nun haben wir also auch Nummer Fünf der Big Five gesehen.

Als wir weiter in den Krater hinunter fuhren, lichtete sich der Nebel langsam. Die grauen Wolken blieben allerdings und verliehen der Landschaft einen rauen Touch. Die Landschaft an sich ist schon enorm beeindruckend, das hier herrschende Ökosystem ist zudem extrem vielfältig. Bei unserem Game Drive sahen wir jede Menge Gnus, Zebras und Antilopen, Hyänen, Strauße, Warzenschweine, Elefanten und Flusspferde.

Ngorongoro Affenbrotbaum
Affenbrotbaum (Ngorongoro Krater, Tansania)
Ngorongoro Echse
Männliche Felsenagame (Ngorongoro Krater, Tansania)
Ngorongoro Flusspferd
Flusspferd beim Schlammbaden (Ngorongoro Krater, Tansania)
Ngorongoro Hyäne
Hyäne… schön ist anders (Ngorongoro Krater, Tansania)
Ngorongoro Strauß
Neugieriger Strauß (Ngorongoro Krater, Tansania)
Ngorongoro Warzenschwein
Zurecht einer der „Ugly Five“ (Ngorongoro Krater, Tansania)

Später sahen wir auch einen männlichen Löwen, der gerade auf dem Rückweg zu seinem Rudel war. Wie wir kurze Zeit später sehen durften, hatten seine Löwinnen ein Gnu erlegt und sowohl die Löwinnen, als auch die Jungtiere warteten mit dem Fressen auf das Eintreffen des Chefs.

Ngorongoro Löwe 3
Löwenjunge im Schatten (Ngorongoro Krater, Tansania)
Ngorongoro Löwe 2
Wie schmeckt wohl Gnu? (Ngorongoro Krater, Tansania)
Ngorongoro Löwe 1
Auf Tuchfühlung mit der Großkatze (Ngorongoro Krater, Tansania)

Nach einigen Stunden interessantem Game Drive durch den Krater fuhren wir wieder den Rand hinauf und aßen dort auf einem Rastplatz unser Lunchpaket in fieser, feuchtnebliger Kälte. Anschließend bestiegen wir wieder unsere Jeeps und das nächste Ziel hieß Serengeti Nationalpark.

23.06. – 24.06.2016 Serengeti, Tansania

Auf dem Weg zum Eingang in den Nationalpark fuhren wir ein paar Stunden durch bereits sehr beeindruckende Graslandschaften und vorbei an einigen Massaidörfern. Nachdem wir die Formalitäten am Eingang geklärt hatten, folgte ein Game Drive zu unserem Camp. Unglücklicherweise war die Landschaft fast wie leer gefegt, da sich die meisten Tiere zur Zeit in einem anderen Teil des Parks aufhielten, da dort noch mehr Wasser zu finden ist. Wir mussten uns also mit einer kleinen Elefantenfamilie und einem weit entfernten Löwen begnügen. Die unglaublich schöne Landschaft an sich entschädigte aber für die etwas dünne Tierwelt und so genossen wir die Fahrt zum Camp.

Serengeti Elefanten 2
Junge Elefantenbullen beim Kräftemessen (Serengeti Nationalpark, Tansania)
Serengeti Elefanten 1
Elefanten in der Dämmerung (Serengeti Nationalpark, Tansania)
Serengeti Sonnenstrahlen
Die Sonne kommt durch (Serengeti Nationalpark, Tansania)

Den Campingplatz selber erreichten wir erst nach Sonnenuntergang und da es im gesamten Campingplatz keinen Strom und somit auch kein Licht und kein warmes Wasser gab, begnügten wir uns mit einer Katzenwäsche (Feuchttücher!), auch als „Mexican Shower“ bekannt. Nach dem Abendessen saßen wir dann noch ein Weilchen mit Amarula am Lagerfeuer (schmeckt besonders gut in heißem Kakao) bevor wir im Zelt verschwanden.

Morgens starteten wir früh zu unserem letzten Game Drive durch einen anderen Teil der Serengeti. Hierbei wunderten wir uns zuerst, warum unser Fahrer wie verrückt an einer riesigen Elefanten- und auch Zebraherde vorbeisauste und die am Rand stehenden Giraffen gar nicht erst beachtete. Schließlich erfuhren wir den Grund, als wir ein großes Löwenrudel beim verspeisen eines frisch erlegten Zebras beobachten durften. Unser Fahrer hatte dies über Funk mitbekommen und wollte uns schnellstmöglich zum Ort des Geschehens bringen. Wir hatten also in der ersten halben Stunde schon mehr gesehen als bei unserem gesamten gestrigen Game Drive durch die Serengeti.

Serengeti Löwen 1
Zum Frühstück gibt es Zebra (Serengeti Nationalpark, Tansania)
Serengeti Löwen 2
Der Nachwuchs ist schon satt (Serengeti Nationalpark, Tansania)
Serengeti Löwen 3
Zum Abschlecken gut! (Serengeti Nationalpark, Tansania)
Serengeti Geier
Geier wartet auf die Überreste (Serengeti Nationalpark, Tansania)

Danach haben wir noch viele Tiere gesehen, die wir zwar zuvor schon einmal gesehen hatten, trotzdem ist es aber immer wieder beeindruckend, sie in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.

Serengeti Jeep
Mit dem Jeep durch die Wildnis (Serengeti Nationalpark, Tansania)
Serengeti Adler
Adler thront im Baum (Serengeti Nationalpark, Tansania)
Serengeti Giraffe
Giraffe im Galopp (Serengeti Nationalpark, Tansania)

Irgendwann hielten vor uns zwei Wagen und der erste Wagen von unserer Gruppe fuhr vom Weg ab. Als wir näher kamen bemerkten wir, dass er es tat um die Geparden auf dem Weg besser sehen zu können. Unglücklicherweise steckte der Fahrer fest und während unser Fahrer damit beschäftigt war den Tollpatsch aus dem Matsch zu schieben, fuhren zig andere Fahrzeuge an uns vorbei und beobachteten die Geparden. Als wir endlich dem Ort des Geschehens näher kamen, waren die Geparden leider schon dabei sich ins Gebüsch zu verziehen und wir konnten sie leider nur noch aus der Ferne sehen. Naja, manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, es heißt ja nicht umsonst „Game Drive“. Immerhin konnten wir sie überhaupt sehen und auch ein paar Beweisfoto schießen.

Serengeti Gepart 1
Gepard kreuzt die Straße (Serengeti Nationalpark, Tansania)
Serengeti Gepard 2
Geparden entspannen im Schatten (Serengeti Nationalpark, Tansania)

Auf dem Rückweg zum Parkeingang sahen wir noch an einem kleinen Wasserloch einen recht seltenen Serval. Da diese Wildkatze eigentlich nachtaktiv ist, war diese Begegnung selbst für unseren Guide ein sehr seltenes Ereignis. Erst nach einiger Zeit bemerkten wir noch den männlichen Löwen, welcher auf einem Hügel direkt vor unserer Nase döste.

Serengeti Serval
Serval streckt uns die Zunge raus (Serengeti Nationalpark, Tansania)
Serengeti Löwen 4
Der König der Tiere (Serengeti Nationalpark, Tansania)

Nachdem wir den Serengeti Nationalpark wieder in Richtung Ngorongoro Krater verlassen hatten, hielten wir noch an einem Massaidorf, um dieses zu besichtigen. Eigentlich sind wir von solchen Aktionen normalerweise nicht wirklich begeistert, da es sich immer etwas anfühlt, als würde man einen menschlichen Zoo besuchen und zudem handelt es sich hierbei häufig um klassische Touristenfallen. Da allerdings alle anderen das Dorf besuchen wollten, schlossen wir uns notgedrungen dem Rest der Gruppe an. Für 10 US$ pro Person wurden wir mit einem traditionellen Tanz begrüßt und sollten anschließend durch das Dorf geführt werden. Allerdings kam es schon am Anfang zu „merkwürdigen“ Unstimmigkeiten. Unserer Gruppe wurde vorgeworfen, dass zwei Personen nicht bezahlt hätten. Da aber jeder beim Bezahlen von jemand anderem gesehen wurde und dies auch sonst keinem aus der Gruppe zuzutrauen wäre, vermuteten wir, dass einer der beiden Geldeinsammler die 20 US$ unterschlagen hatte. Da der lokale „Guide“ aber auf die Bezahlung bestand, erbarmte sich schließlich Arnar und bezahlte die fehlenden 20 US$, welche wir letztendlich in der Gruppe aufsplitteten.

Als wir nun endlich loslegen konnten, sollten wir bei einem weiteren Tanz auf dem Dorfplatz auch selber mitmachen. Als erstes sollten die Männer mit den Massaikriegern des Dorfes um die Wette hochhüpfen, der traditionelle „Balztanz“ der Massai. Wer am höchsten hüpft, bekommt die Frau. Die Jungs schlugen sich zwar recht gut, aber mussten sich letztlich doch den Einheimischen geschlagen geben. Dann waren die Frauen an der Reihe. Sie bekamen von den Maasaifrauen eine traditionelle Halskette geliehen, sollten mit den Schultern wackeln und dabei ein bisschen hüpfen.

Ngorongoro 2 Massai Flo
Florian „tanzt“ mit den Männern… (Ngorongoro Krater, Tansania)
Ngorongoro 2 Massai Pia
… und Pia mit den Frauen (Ngorongoro Krater, Tansania)

Danach wurde uns die Schule gezeigt und die Kinder führten vor, wie gut sie auf Englisch bereits zählen können. Anschließend wurden wir zu zweit einem Einheimischen zugewiesen, welcher uns dann seine Hütte zeigte. Nach kurzer Erklärung (welche wir bereits aus dem Museum in Arusha kannten) drängte der Hausherr dann darauf, dass wir den Handarbeitstand seiner Frau aufsuchen sollten. Hier wurde Pia dann mit Armbändern und Ketten behangen, welche uns dann für einen unverschämt teuren Preis angeboten wurden. Als wir dem Hausherren nach und nach klar machten, dass wir zum einen nicht bereit waren so viel zu bezahlen (wir hatten ja auch schon 10 US$ „Eintritt“ bezahlt und in der Schule gespendet) und zum anderen nur noch ein wenig Geld in lokaler Währung übrig hatten, verkaufte er uns dann ein Schmuckstück zum stark „reduzierten“ Preis, führte uns danach aber etwas angefressen direkt zum Ausgang wo wir dann vor dem Dorfzaun auf die anderen warten sollten. Wir hatten also letztlich im Museum zuvor viel mehr gelernt als beim Dorfbesuch und hatten dazu noch ein blödes Gefühl und ärgerten uns etwas über die Abzocke. Schade!

Ngorongoro 2 Massai
Massai zeigt uns seine Hütte (Ngorongoro Krater, Tansania)
Ngorongoro 2 Ausblick
Blick in den Krater (Ngorongoro Krater, Tansania)
Ngorongoro 2 Pia Flo
Auf dem Rand des Kraters (Ngorongoro Krater, Tansania)

24.06. – 25.06.2016 Arusha, Tansania

Als wir nach langer Fahrt mit dem üblichen verrückten Lagerkoller endlich wieder an unserem Campingplatz in Arusha ankamen, stürmten wir erst einmal die Duschen. Wir sahen nach den zwei Tagen nämlich aus, als hätten wir zwei Wochen durchgängig am Strand gelegen, nur dass die „Farbe“ nicht von der Sonne kam und nach der ausgiebigen Dusche auch zum Glück wieder verschwunden war. In Arusha sollte nun unser letzter Abend vom Overlanding sein. Da nach der Exkursion aber alle ziemlich müde waren, spielten wir nach dem Abendessen nur noch ein paar Runden Karten, bevor wir totmüde ein letztes mal auf unsere Matratzen fielen. Morgens falteten wir ein letztes Mal routiniert unser Zelt zusammen, verstauten unsere sieben Sachen im Truck und nahmen die letzte Etappe nach Nairobi in Angriff.

25.06. – 27.06.2016 Nairobi

Als wir am frühen Nachmittag am Campingplatz in Nairobi ankamen, mussten wir uns leider von einem Großteil der Gruppe verabschieden, man hatte sich nach so langer Zeit doch ziemlich aneinander gewöhnt. Danach fuhren wir mit dem Taxi zu unserem Hotel. Bei der Fahrt erlitten wir noch einmal einen kleinen Kulturschock und fühlten uns wieder ein bisschen wie damals in Manila auf den Philippinen. Das Viertel in dem sich unser Hotel befand sah alles andere als einladend aus und wirkte extrem dreckig, chaotisch und arm. Als wir unser Hotel erreichten befürchteten wir bereits das Schlimmste, wurden dann aber sehr positiv von einem sauberen Zimmer mit warmer Dusche überrascht. Den restlichen Tag verbrachten wir damit unsere Sachen zu sortieren und fast den gesamten Inhalt unserer Rucksäcke in die Wäscherei zu geben. Da wir nicht mehr wirklich Lust hatten rauszugehen (und dazu auch eh nichts mehr zum Anziehen gehabt hätten), aßen wir abends im Hotelrestaurant auf der Dachterrasse. Auch hier wurden wir positiv überrascht, denn das Gemüsecurry schmeckte sogar besser als das zuvor von Peter. 🙂

Den nächsten Tag ließen wir sehr entspannt angehen und freuten uns nach dem Frühstück über unsere frisch gewaschenen Klamotten. Mittags hatten wir uns mit Yrsa, Arnar und Þorgeir verabredet, um ein bisschen die Stadt zu erkunden und vielleicht das ein oder andere Souvenir auf dem Markt zu kaufen. Noch bevor wir den Massaimarkt überhaupt betreten konnten, wurden wir von einer Horde Verkäufern belagert. Was anfangs noch etwas amüsant und auch verwirrend war, wurde schnell extrem anstrengend und brachte uns doch sonst so ruhige Nordlichter an den Rande der Verzweiflung und Frustration. Wir wurden hier so sehr bedrängt, dass wir alle sehr laut und deutlich wurden und nach kurzer Zeit den Markt wieder verließen. So etwas hatten wir in fast elf Monaten Reise noch nicht erlebt! Wir hatten die Lust auf Shopping dank dieser selbsternannten „Shoppingguides“ und „Marktvorsteher“ komplett verloren.

Nach diesem Adrenalinschock gönnten wir fünf uns erstmal ein riesiges, unglaublich leckeres Eis. Anschließend schlenderten wir frisch gestärkt durch die Stadt und versuchten unsere Köpfe weiter abzukühlen. Wir stolperten über ein Sportevent im Park und schauten ein bisschen den (extrem guten) kenianischen Volleyballern beim Endspiel zu. Wenn man nicht gerade den Massaimarkt besucht, scheinen die Menschen hier wirklich sehr freundlich und offen zu sein und man kommt leicht ins Gespräch. So gratulierten wir zum Beispiel Dave zu seinem gerade erspielten zweiten Platz. Auch wenn es für ihn und seine Mannschaft enicht zum Sieg gereicht hatte, war er dennoch extrem gut gelaunt und quatschte noch ein bisschen mit uns. Generell schienen wir die einzigen Weißen weit und breit zu sein und wurden daher häufig mit neugierigen Blicken beäugt. Dies ging so weit, dass eine Frau sehr offensichtlich mit ihrem Handy Fotos von uns machte. Als wir sie danach ein bisschen veräppelten und fragten, ob sie noch mehr Fotos machen möchte, war es ihr erst sichtlich unangenehm, schließlich sollten wir dann aber doch weiter Modell für sie stehen. Auch ihr Freund konnte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und ließ sich mit uns ablichten. Wir hätten vielleicht zur Abwechslung auch mal Geld verlangen sollen. Aber naja, vielleicht sind wir ja jetzt bald berühmt in Kenia. 😉

Als wir weiter planlos durch die Stadt liefen, entdeckten wir einen von außen sehr schäbig aussehenden Markt. Nach kurzem Zögern betraten wir die Markthalle, welche sich wider erwarten als Glücksfund herausstellte. Wir konnten hier, im Vergleich zum vorherigen Massaimarkt, fast in Ruhe stöbern, die meisten Verkäufer waren sehr nett und machten auch faire Preise. In diesem Markt verbrachten wir einige Zeit und jeder konnte hier seine wieder gewonnene Shoppinglust stillen. Als wir mit einer Verkäuferin namens Florence etwas länger redeten und ihr schließlich vier schöne handbemalte Schälchen abkauften, hatte sie noch eine kleine Überraschung für uns parat. Sie meinte wir wären ein schönes Pärchen und sie musste über Florians Namen besonders schmunzeln, weil er ihrem so ähnlich war. Sie ging daraufhin zurück in ihren Shop und schenkte uns ein kleines Herz aus Stein und bat uns es nicht weiter zu verschenken, damit wir uns immer an sie, Kenia und Afrika erinnern. Wir haben uns natürlich riesig gefreut! Dies sind die Momente, die das Reisen wirklich besonders machen! 🙂

Als wir nach diesem Shoppingausflug nach einem halbwegs gut aussehenden Restaurant in der Umgebung suchten, wurden wir leider nicht fündig. Wir nahmen uns daher zu fünft ein Taxi (ja drei große Isländer und wir zwei passen locker in ein afrikanisches Taxi) zu unserem Hotel und verbrachten den restlichen Nachmittag und Abend Karten spielend und Fußball guckend („Schlaaand!!“) auf der Dachterrasse im Hotelrestaurant. Der Flug der Isländer ging am nächsten Morgen allerdings schon sehr früh, sodass der Abend zu einer humanen Zeit endete. Nun hieß es leider endgültig Abschied nehmen. Da Island aber schon lange auf unserer Liste von Urlaubszielen steht und es bis dorthin von Deutschland aus auch nicht so weit ist, sehen wir die drei bestimmt noch mal wieder. Wir verschwanden danach auch fix im Bett und flogen am nächsten Tag nach Mombasa, um von dort aus nach Wasini Island zu fahren, wo wir unsere restliche Zeit in Afrika verbringen werden.

Bis ganz bald,
Florian & Pia

7 Gedanken zu „Asante sana, Ostafrika!“

  1. Meine Lieben,
    bei den Fotos mit den Schlangen um den Hals ist mir schon merkwürdig zu Mute, aber das matschige Flusspferd erinnert mich an Hanno und Jonne 😉
    Eure Weltreise neigt sich dem Ende, und Ihr habt jetzt noch einmal die Möglichkeit, das Baden und Tauchen zu genießen – was für ein toller Abschluss!
    Wir freuen uns hier riesig auf das Wiedersehen mit Euch und wünschen Euch noch eine schöne Zeit und gute Erholung vom vielen Truck- und Jeepfahren.
    Auf ganz bald …

  2. Hey ihr Lieben, da habt ihr ja nochmals besondere Momente erlebt. Das mit der Schlange war schon heavy zu lesen (lieber nicht weiter drüber nachdenken… brrrr, schüttel).
    Und jetzt ist also der „echte“ Urlaub dran. Wir wünschen euch noch eine schööööne, erholsame restliche Auszeit 🙂
    Auf ganz bald und fühlt euch lieb geknuddelt 🙂 🙂

  3. Jetzt doch noch verspaetet eine kurze Reaktion auf euren spannenden Bericht und den wie immer tollen Bildern
    Aber Schlangen umgehaengt als waere es der neueste Modetrent da wird mir doch ein bischen mulmig
    Aber ihr habt ja viel Freude dabei empfunden
    So dass noch kurz gesagt alles andere dann bald zu Hause
    Mama war wieder meine Rettung
    Noch schoene Urlaubstage bis bald
    Liebste Gruesse von Oma und Opa

  4. Wieder hammer Bericht mit tollen Bildern… Mehr dann lieber im persönlichen Gespräch.
    Ich freu mich wie Bolle auf euch 🙂
    Wünsche euch eine entspante Heimreise, werden da sein wenn ihr kommt 🙂

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